Stress und Sucht

Gründe und Risiken von Suchtverhalten verstehen

Von Amir Weiss
Wenn man mich nach der Hauptursache für Süchte fragt, ist meine Antwort eindeutig: STRESS! Süchte verursachen Stress, und Stress ist eine Sucht in sich selbst. Stress ist eine leise, oft unerkannte und gleichzeitig alles übertönende, zerstörerische Kraft. Stress und Sucht stellen die größten Herausforderungen in unserem Leben und vor allem für einen produktiven und immer nach Gleichgewicht strebenden Seins-Zustand dar.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Stress zu einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts erklärt. Bereits jeder fünfte Deutsche leidet darunter. Die Weltgesundheitsorganisation erklärt, dass Stress mittlerweile zu „einer weltweiten Epidemie“ geworden ist. Der „Weiter-Schneller-Mehr“-Virus verbreitet sich rasant. Stress und die Folgen von Stress sind die Volkskrankheit Nummer 1 in Deutschland. Zahlreiche Menschen sind betroffen: Arbeiter und Angestellte, Führungskräfte und Mitarbeiter, Hausfrauen und Hausmänner, Kinder und Jugendliche – und sogar Babys.

Es gibt noch viel darüber zu lernen, wie Stress und Süchte entstehen, was sie verursacht und welches ihre Folgen sind. Ebenso mangelt es an Bewusstsein dafür, dass Stress und Sucht im hohen Maße ansteckend sind. Denn – Stress überträgt sich. Kaum einer wird sich stressgeladenen Situationen im Büro, die von anderen ausgelöst werden, entziehen können. Stress nimmt also erheblichen Einfluss auf unsere Umwelt. Mittlerweise ist sogar erwiesen, dass selbst Zimmerpflanzen auf Stress von Menschen reagieren.

Das Leben und seine Möglichkeiten wertschätzen

Mir ist bewusst, dass wir alle einem Beruf nachgehen, unsere Rechnungen bezahlen und Geld für unseren Lebensunterhalt verdienen müssen. Nichtsdestotrotz betrachte ich in diesem Artikel das menschliche Leben aus einem Blickwinkel, wie Leben – ganz abgesehen von den alltäglichen Verpflichtungen – sein könnte und vielleicht sein sollte.

Es ist nicht immer eine leichte Aufgabe, den Berg an Herausforderungen und Problemen, die einem das Leben heutzutage stellt, zu meistern. Der Verdienst des Lebensunterhalts ist mit Sicherheit eines dieser Herausforderungen. Jedoch ist es genauso wichtig, sein Leben immer besser und bewusster zu leben, und ein größeres Verständnis über die Ursachen und Wirkzusammenhänge über unser Leben, unseren Körper und unser Energiesystem zu erlangen.

Ein essentieller Bestandteil des menschlichen Organismus sind unsere Gewohnheiten, die von unserem „automatischen Zentrum“ gesteuert werden. Man kann sich das automatische Zentrum wie eine Schaltzentrale vorstellen, dessen Aufgabe es ist, Abläufe, die einmal geprägt wurden, zuverlässig und präzise zu wiederholen. Zu einem Großteil schreiben wir durch das, was wir im Leben tun, denken und fühlen, die Programme für unsere Gewohnheiten selbst.

Jeder kennt die Schwierigkeiten der ersten Fahrstunden oder der ersten Übungen auf dem Fahrrad – Und dennoch, nach einer Weile, und durch wiederholte Übung tritt nach einer Weile der Zustand ein, in dem man ohne Nachdenken die Füße aufs Pedal setzt und losfährt. Das automatische Zentrum führt zuverlässig alle sich wiederholenden Tätigkeiten aus, vom Zähneputzen und Schnürsenkel binden, jedoch auch die zuverlässige Reproduktion von Stressreaktionen. Sobald wir etwas einprogrammiert haben, ist es sehr schwer, dieses Programm wieder umzustellen. Darum ist es so schwierig, sich vom Rauchen, Zucker- oder Alkoholkonsum sowie anderen Gewohnheiten und Süchten zu lösen.

Leben im Zeitraffer

In einer Zeit, in der Technologien sich immer schneller entwickeln und unser Leben durch die Flut an äußeren Eindrücken immer komplexer wird, ist es sehr leicht, die eigene Lebensqualität zu vernachlässigen, und die eigene Gesundheit nicht als erste Priorität zu beachten. Je mehr ein Leben sich in dieser Weise entwickelt, desto stärker wird der innerliche Anpassungsdruck an äußere Gegebenheiten. Über lange Sicht hinweg sind jedoch nur sehr wenige Menschen mit dieser Art und Weise der Lebensführung glücklich. Folgerichtig setzt ein Gefühl des Getriebenseins ein, oder ein Gefühl, dem Hamsterrad unmöglich entkommen zu können.

So ist es heutzutage zu einem typischen Bild in Unternehmen geworden, dass selbst Mitarbeiter, die krank sind, manche sogar kurz vorm Burn-Out stehen, einfach weitermachen, bis es nicht mehr geht.

Die industrielle Revolution und ihre Auswirkungen halten unsere heutige Welt im Würgegriff. Wir wurden erzogen und konditioniert, nicht frei zu sein, sondern nach den Regeln oder Vorgaben anderer zu spielen bzw. zu leben. Es ist weitaus mehr akzeptiert, nach gesellschaftlich akzeptierten Standards oder Gesellschaftsmodellen zu streben, als unser natürliches Wesen und Potential freizusetzen.

Dieser Widerspruch kann zu einer dauerhaften Stress-Reaktion führen. Auf seelischer Ebene wird dieser Widerspruch sehr genau registriert. Tatsächlich kann man sagen, dass einer der allergrößten Stressfaktoren des Menschen darin besteht, von seinen natürlichen Fähigkeiten und Potentialen, ja, dem eigenen Wesenskern getrennt zu sein. Um diese Trennung nicht wahrnehmen zu müssen, greifen Menschen zu Betäubungsmitteln und Drogen aller Art, ob Tabak, Zucker, obsessives Essen, Alkohol bis hin zu schweren Drogen. Selbst Fernsehgucken, 14 Stunden am Stück arbeiten, oder dem Leben gegenüber eine Opferhaltung einzunehmen, kann zur Betäubung genutzt werden.

Wie wirken sich Stress und Sucht auf den Körper aus?

Stress ist im Wesentlichen eine Reaktion in einem größeren Kontext, den man generell als Adaptionssyndrom bezeichnet. Dieses ist in drei Phasen aufgeteilt:

  1. Die Alarmreaktion (auch fight-or-flight Reaktion): Die Alarmreaktion ist eine spontane Reaktion, die der Abwehr dessen dient, was uns begegnet und widerfährt. Es findet eine akute körperliche Anpassungsreaktion statt, die vor allem durch die Ausschüttung von Stresshormonen bewirkt wird. Diese Phase ist sehr kurz. Durch den Konsum von Alkohol, Zigaretten, Zucker und anderer Drogen wird versucht, der Stressreaktion beruhigend zu begegnen.
  2. Die Anpassungs- und Widerstands-Phase: Anhaltender Stress, also chronischer Stress erhöht die Wahrscheinlichkeit von Diabetes, Bluthochdruck, Herzgefäßproblemen, Krebs und anderen Gesundheitsproblemen. Hält diese Phase lange an, führt sie zur Erschöpfungsphase. Der beständige Konsum von Tabak, Alkohol, Zucker, und anderen Drogen, obwohl er kurzfristig im Auge des Konsumenten zur Betäubung des Stresses dienen soll, wirkt auf den Körper als beständiger Stress-Faktor.
  3. Die Erschöpfungsphase: In dieser Phase wird eine verminderte Leistungsfähigkeit spürbar, sowie das Gefühl der allgemeinen Überforderung. Es kommt verstärkt zu Gereiztheit, Unsicherheit, Ängstlichkeit und Aggressivität auf emotionaler Ebene. Burn-Out, Schlafstörungen, Hautkrankheiten, Magengeschwüre kommen in dieser Phase verstärkt zum Ausdruck. Durch den langanhaltenden Stress kann es zur Unterversorgung von Nährstoffen kommen, da der Körper nicht mehr genügend Nachschub bereitstellen kann.

Von der industriellen Revolution zur innerlichen (R)Evolution:

Stress lässt sich bestimmt nicht von jetzt auf gleich einfach abstellen. Vielleicht können jedoch die folgenden Tipps und Tricks helfen, um besser mit Alltags-Situationen und Veränderungen in einem selbst, im Privaten und am Arbeitsplatz umgehen zu können:

Passt Ihr Glaubens- und Wertesystem noch zu Ihnen? Oder braucht es ein Update?
Fragen Sie sich: Was sind meine Werte? Was genau möchte ich? Was ist wirklich wichtig für mich? An was genau glaube ich? Nehmen Sie sich Zeit, um diese Fragen für sich zu beantworten. Die eigenen Werte zu kennen ist ein stabiler Anker in einer Welt, die sich schneller ändert, als man selbst im Stande ist zu begreifen.

Ihr Glaubens- und Wertesystem schafft innere Stärke.
Diese innere Stärke befähigt Sie in neuer Art und Weise mit Stress umzugehen. Auch mit dem Stress, der durch ständige Veränderungen entsteht.

Schnelle Veränderungen bedeuten immer, mit Ungewissheit umgehen zu müssen. Sich schnell entwickelnde Technologien und hektischer Fortschritt kann beim Individuum großen Stress hervorrufen, und somit letztlich zu der oben beschriebenen mentalen, emotionalen, psychologischen und körperlichen Erschöpfung führen. Gerade unter großem Druck gilt: Halten Sie an Ihren eigenen Werten fest, bleiben Sie Ihren Prinzipien treu und verlieren Sie nicht aus den Augen, was Ihnen wichtig ist. Das wird Sie auch im Umgang mit Ihren eigenen Gewohnheiten und Süchten stärken, dem oft irrationalen Verlangen nach Konsum von Alltagsdrogen besser zu begegnen.

Nutzen Sie Ihre innere Stärke, um am Ball zu bleiben.
Bedeutende Durchbrüche unserer Geschichte wurden immer wieder von Individuen erreicht, die offen für etwas waren, das die Mitmenschen nicht zu sehen vermochten. Und die – wenn auch durchaus mit Zweifel oder Angst behaftet – ihre eigenen Mauern des Alltagstrotts und der individuellen und kollektiven Gewohnheiten zu durchbrechen wagten. Erst dann entstehen neue Gelegenheiten und Möglichkeiten. Die Zeit, in der wir leben, hält viele solcher Gelegenheiten für uns bereit. Ich wünsche mir, dass wir viele dieser neuen Möglichkeiten nutzen, denn wie sagt das Sprichwort: Eine Reise von 10.000 Meilen beginnt immer mit dem ersten Schritt.

Lassen Sie sich niemals daran hindern, Sie selbst zu sein. Selber herauszufinden, wer man ist, und so zu leben, wie man natürlicherweise ist – dies ist eine der kostbarsten und am dringlichsten benötigen Qualitäten, und gleichzeitig scheint es eine der seltensten Eigenschaften in dieser Welt.

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Erschienen in Balance, 06/2016:

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