Gründe und Risiken von Suchtverhalten verstehen

Gründe und Risiken von Suchtverhalten verstehen

Gründe und Risiken von Suchtverhalten verstehen

Von Amir Weiss
Wenn man mich nach der Hauptursache für Süchte fragt, ist meine Antwort eindeutig: Stress! Süchte verursachen Stress, und Stress ist eine Sucht in sich selbst. Stress ist eine leise, oft unerkannte und gleichzeitig alles übertönende, zerstörerische Kraft. Stress und Sucht stellen die größten Herausforderungen in unserem Leben und vor allem für einen produktiven und immer nach Gleichgewicht strebenden Seins-Zustand dar.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Stress zu einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts erklärt. Bereits jeder fünfte Deutsche leidet darunter. Die Weltgesundheitsorganisation erklärt, dass Stress mittlerweile zu „einer weltweiten Epidemie“ geworden ist. Der „Weiter-Schneller-Mehr“-Virus verbreitet sich rasant. Stress und die Folgen von Stress sind die Volkskrankheit Nummer 1 in Deutschland. Zahlreiche Menschen sind betroffen: Arbeiter und Angestellte, Führungskräfte und Mitarbeiter, Hausfrauen und Hausmänner, Kinder und Jugendliche – und sogar Babys.

Es gibt noch viel darüber zu lernen, wie Stress und Süchte entstehen, was sie verursacht und welches ihre Folgen sind. Ebenso mangelt es an Bewusstsein dafür, dass Stress und Sucht im hohen Maße ansteckend sind. Denn – Stress überträgt sich. Kaum einer wird sich stressgeladenen Situationen im Büro, die von anderen ausgelöst werden, entziehen können. Stress nimmt also erheblichen Einfluss auf unsere Umwelt. Mittlerweise ist sogar erwiesen, dass selbst Zimmerpflanzen auf Stress von Menschen reagieren.

Das Leben und seine Möglichkeiten wertschätzen

Mir ist bewusst, dass wir alle einem Beruf nachgehen, unsere Rechnungen bezahlen und Geld für unseren Lebensunterhalt verdienen müssen. Nichtsdestotrotz betrachte ich in diesem Artikel das menschliche Leben aus einem Blickwinkel, wie Leben – ganz abgesehen von den alltäglichen Verpflichtungen – sein könnte und vielleicht sein sollte.

Es ist nicht immer eine leichte Aufgabe, den Berg an Herausforderungen und Problemen, die einem das Leben heutzutage stellt, zu meistern. Der Verdienst des Lebensunterhalts ist mit Sicherheit eines dieser Herausforderungen. Jedoch ist es genauso wichtig, sein Leben immer besser und bewusster zu leben, und ein größeres Verständnis über die Ursachen und Wirkzusammenhänge über unser Leben, unseren Körper und unser Energiesystem zu erlangen.

Ein essentieller Bestandteil des menschlichen Organismus sind unsere Gewohnheiten, die von unserem „automatischen Zentrum“ gesteuert werden. Man kann sich das automatische Zentrum wie eine Schaltzentrale vorstellen, dessen Aufgabe es ist, Abläufe, die einmal geprägt wurden, zuverlässig und präzise zu wiederholen. Zu einem Großteil schreiben wir durch das, was wir im Leben tun, denken und fühlen, die Programme für unsere Gewohnheiten selbst.

Jeder kennt die Schwierigkeiten der ersten Fahrstunden oder der ersten Übungen auf dem Fahrrad – Und dennoch, nach einer Weile, und durch wiederholte Übung tritt nach einer Weile der Zustand ein, in dem man ohne Nachdenken die Füße aufs Pedal setzt und losfährt. Das automatische Zentrum führt zuverlässig alle sich wiederholenden Tätigkeiten aus, vom Zähneputzen und Schnürsenkel binden, jedoch auch die zuverlässige Reproduktion von Stressreaktionen. Sobald wir etwas einprogrammiert haben, ist es sehr schwer, dieses Programm wieder umzustellen. Darum ist es so schwierig, sich vom Rauchen, Zuckerkonsum sowie anderen Gewohnheiten und Süchten zu lösen.

Leben im Zeitraffer

In einer Zeit, in der Technologien sich immer schneller entwickeln und unser Leben durch die Flut an äußeren Eindrücken immer komplexer wird, ist es sehr leicht, die eigene Lebensqualität zu vernachlässigen, und die eigene Gesundheit nicht als erste Priorität zu beachten. Je mehr ein Leben sich in dieser Weise entwickelt, desto stärker wird der innerliche Anpassungsdruck an äußere Gegebenheiten. Über lange Sicht hinweg sind jedoch nur sehr wenige Menschen mit dieser Art und Weise der Lebensführung glücklich. Folgerichtig setzt ein Gefühl des Getriebenseins ein, oder ein Gefühl, dem Hamsterrad unmöglich entkommen zu können.

So ist es heutzutage zu einem typischen Bild in Unternehmen geworden, dass selbst Mitarbeiter, die krank sind, manche sogar kurz vorm Burn-Out stehen, einfach weitermachen, bis es nicht mehr geht.

Die industrielle Revolution und ihre Auswirkungen halten unsere heutige Welt im Würgegriff. Wir wurden erzogen und konditioniert, nicht frei zu sein, sondern nach den Regeln oder Vorgaben anderer zu spielen bzw. zu leben. Es ist weitaus mehr akzeptiert, nach gesellschaftlich akzeptierten Standards oder Gesellschaftsmodellen zu streben, als unser natürliches Wesen und Potential freizusetzen.

Dieser Widerspruch kann zu einer dauerhaften Stress-Reaktion führen. Auf seelischer Ebene wird dieser Widerspruch sehr genau registriert. Tatsächlich kann man sagen, dass einer der allergrößten Stressfaktoren des Menschen darin besteht, von seinen natürlichen Fähigkeiten und Potentialen, ja, dem eigenen Wesenskern getrennt zu sein. Um diese Trennung nicht wahrnehmen zu müssen, greifen Menschen zu Betäubungsmitteln und Drogen aller Art, ob Tabak, Zucker bis hin zu schweren Drogen. Selbst Fernsehgucken, 14 Stunden am Stück arbeiten, oder dem Leben gegenüber eine Opferhaltung einzunehmen, kann zur Betäubung genutzt werden.

Wie wirken sich Stress und Sucht auf den Körper aus?

Stress ist im Wesentlichen eine Reaktion in einem größeren Kontext, den man generell als Adaptionssyndrom bezeichnet. Dieses ist in drei Phasen aufgeteilt:

  1. Die Alarmreaktion (auch fight-or-flight Reaktion): Die Alarmreaktion ist eine spontane Reaktion, die der Abwehr dessen dient, was uns begegnet und widerfährt. Es findet eine akute körperliche Anpassungsreaktion statt, die vor allem durch die Ausschüttung von Stresshormonen bewirkt wird. Diese Phase ist sehr kurz. Durch den Konsum von Zigaretten, Zucker und anderer Drogen wird versucht, der Stressreaktion beruhigend zu begegnen.
  2. Die Anpassungs- und Widerstands-Phase: Anhaltender Stress, also chronischer Stress erhöht die Wahrscheinlichkeit von Diabetes, Bluthochdruck, Herzgefäßproblemen, Krebs und anderen Gesundheitsproblemen. Hält diese Phase lange an, führt sie zur Erschöpfungsphase. Der beständige Konsum von Tabak, Zucker, und anderen Drogen, obwohl er kurzfristig im Auge des Konsumenten zur Betäubung des Stresses dienen soll, wirkt auf den Körper als beständiger Stress-Faktor.
  3. Die Erschöpfungsphase: In dieser Phase wird eine verminderte Leistungsfähigkeit spürbar, sowie das Gefühl der allgemeinen Überforderung. Es kommt verstärkt zu Gereiztheit, Unsicherheit, Ängstlichkeit und Aggressivität auf emotionaler Ebene. Burn-Out, Schlafstörungen, Hautkrankheiten, Magengeschwüre kommen in dieser Phase verstärkt zum Ausdruck. Durch den langanhaltenden Stress kann es zur Unterversorgung von Nährstoffen kommen, da der Körper nicht mehr genügend Nachschub bereitstellen kann.

Von der industriellen Revolution zur innerlichen (R)Evolution:

Stress lässt sich bestimmt nicht von jetzt auf gleich einfach abstellen. Vielleicht können jedoch die folgenden Tipps und Tricks helfen, um besser mit Alltags-Situationen und Veränderungen in einem selbst, im Privaten und am Arbeitsplatz umgehen zu können:

Passt Ihr Glaubens- und Wertesystem noch zu Ihnen? Oder braucht es ein Update?
Fragen Sie sich: Was sind meine Werte? Was genau möchte ich? Was ist wirklich wichtig für mich? An was genau glaube ich? Nehmen Sie sich Zeit, um diese Fragen für sich zu beantworten. Die eigenen Werte zu kennen ist ein stabiler Anker in einer Welt, die sich schneller ändert, als man selbst im Stande ist zu begreifen.

Ihr Glaubens- und Wertesystem schafft innere Stärke.
Diese innere Stärke befähigt Sie in neuer Art und Weise mit Stress umzugehen. Auch mit dem Stress, der durch ständige Veränderungen entsteht.

Schnelle Veränderungen bedeuten immer, mit Ungewissheit umgehen zu müssen. Sich schnell entwickelnde Technologien und hektischer Fortschritt kann beim Individuum großen Stress hervorrufen, und somit letztlich zu der oben beschriebenen mentalen, emotionalen, psychologischen und körperlichen Erschöpfung führen. Gerade unter großem Druck gilt: Halten Sie an Ihren eigenen Werten fest, bleiben Sie Ihren Prinzipien treu und verlieren Sie nicht aus den Augen, was Ihnen wichtig ist. Das wird Sie auch im Umgang mit Ihren eigenen Gewohnheiten und Süchten stärken, dem oft irrationalen Verlangen nach Konsum von Alltagsdrogen besser zu begegnen.

Nutzen Sie Ihre innere Stärke, um am Ball zu bleiben.
Bedeutende Durchbrüche unserer Geschichte wurden immer wieder von Individuen erreicht, die offen für etwas waren, das die Mitmenschen nicht zu sehen vermochten. Und die – wenn auch durchaus mit Zweifel oder Angst behaftet – ihre eigenen Mauern des Alltagstrotts und der individuellen und kollektiven Gewohnheiten zu durchbrechen wagten. Erst dann entstehen neue Gelegenheiten und Möglichkeiten. Die Zeit, in der wir leben, hält viele solcher Gelegenheiten für uns bereit. Ich wünsche mir, dass wir viele dieser neuen Möglichkeiten nutzen, denn wie sagt das Sprichwort: Eine Reise von 10.000 Meilen beginnt immer mit dem ersten Schritt.

Lassen Sie sich niemals daran hindern, Sie selbst zu sein. Selber herauszufinden, wer man ist, und so zu leben, wie man natürlicherweise ist – dies ist eine der kostbarsten und am dringlichsten benötigen Qualitäten, und gleichzeitig scheint es eine der seltensten Eigenschaften in dieser Welt.

Mehr Informationen zu Sucht

Jetzt die guten Vorsätze richtig umsetzen!

Jetzt die guten Vorsätze richtig umsetzen!

Jetzt die guten Vorsätze richtig umsetzen!

Mit dem Start ins neue Jahr nehmen wir uns immer viel vor. Mit dem Rauchen aufhören, weniger essen, weniger trinken, abnehmen, mehr Sport machen etc. Viele dieser guten Vorsätze bleiben jedoch im Laufe der nächsten Wochen auf der Strecke. Mithilfe der Weiss-Methode gelingt der Start in ein gesünderes Leben ganz einfach.

Egal ob Sie eine Zuckerentwöhnung, Raucherentwöhnung, Alkoholentwöhnung oder eine Behandlung einer Ess-und Fress-Sucht planen, die Weiss-Methode hilft zuverlässig dabei, lästige Gewohnheiten und Süchte abzulegen. Dabei wird in nur einer Sitzung (bei Alkohol und Ess-Sucht bis zu vier Sitzungen) der Stimulus, der eine Gewohnheit oder Sucht in Gang hält, so stark beruhigt, dass Menschen nach der Behandlung eine Gleichgültigkeit oder Ablehnung gegenüber dem jeweiligen Suchtmittel erleben. Durch diese Herangehensweise ist es möglich, Gewohnheiten, und Süchte so stark zu beruhigen, dass ein Mensch einfach aus dieser ewigen Schleife aussteigen kann.

Wenn Sie auch Interesse an einer Behandlung mit der Weiss-Methode haben, neben Terminen in den Behandlungszentren in Berlin, Bremen, Deggendorf, Wiesbaden, Mannheim, Oberviechtach und Winklarn, sind unsere Therapeuten auch im Januar wieder zu mobilen Behandlungstagen in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln, München, Rorschach, Soest und Wien unterwegs.

Zuckerfrei in Niederbayern

Zuckerfrei in Niederbayern

Zuckerfrei in Niederbayern

Amir Weiss im Kreis der neu ausgebildeten Weiss-Therapeuten

Amir Weiss im Kreis der neu ausgebildeten Weiss-Therapeuten

Das Weiss-Institut erweitert sein Angebot in Deutschland. In diesem Jahr eröffnen wir weitere Behandlungszentren in Bremen, Hamburg, Mannheim, Wiesbaden und Niederbayern

In Niederbayern? Ja, ab jetzt ist es auch in der Nähe von Deggendorf möglich, sich ganz unkompliziert von der Sucht nach den Volksdrogen Zucker oder Zigaretten zu lösen. Bislang unterhielt das Weiss-Institut Standorte in Berlin, Stuttgart, Köln, München, der Oberpfalz, in Wien und am Bodensee. Mit dieser Abdeckung war die Kapazität der derzeit im deutschsprachigen Raum behandelnden Weiss-Therapeuten aber weitestgehend ausgeschöpft.

Nun freuen wir uns, neue Kolleginnen und Kollegen begrüßen zu können. Denn sieben Frauen und Männer beenden gerade ihre Ausbildung zum Weiss-Therapeuten und ergänzen damit das Weiss-Team an den Standorten Bassum bei Bremen, bei Deggendorf sowie je einem Behandlungszentrum in Mannheim und in Wiesbaden. Und last but not least bekommen die Weiss-Teams in Berlin und München Zuwachs!

Amir Weiss, Begründer der Weiss-Methode, dazu: „Wir freuen uns sehr, dass wir nun noch viel mehr Menschen anbieten können, sich auf einfachste Art und Weise vom raffinierten Industriezucker, vom Alkohol oder von der Nikotinsucht zu befreien.“

Das Weiss-Institut hat mit seiner langjährigen Erfahrung bislang bereits Tausenden von Menschen geholfen, ihre ungewollten Gewohnheiten loszuwerden. Dabei ist es egal, ob ein Problem mit Zucker, Rauchen, Alkohol, Esssucht oder der Wunsch abzunehmen besteht.

Die Weiss-Methode wirkt zuverlässig und kann den Behandelten helfen, zu einem ausgeglichenen und gesunden Lebensstil finden – und das auf völlig natürliche Art und Weise. In nur einer Sitzung (bei Alkohol und Ess-Sucht bis zu vier Sitzungen) wird der Stimulus, der die jeweilige Gewohnheit oder Sucht in Gang hält, so stark beruhigt, dass die Behandelten danach eine Gleichgültigkeit oder Ablehnung gegenüber dem Suchtmittel erleben.

Die Behandlungszeiten in den neuen Weiss-Instituten:

  • Bremen: mittwochs ab 17 Uhr
  • Hamburg: 07.05., 08.07. und 23.09.2017
  • Mannheim: montags ab 14 Uhr
  • Niederbayern: freitags ab 13 Uhr
  • Wiesbaden: freitags ab 11 Uhr

Termine für die neuen Behandlungszentren können Sie wie immer buchen über unser zentrales Servicebüro: 0800-5129999 oder über unsere Kontaktseite.

Mehr Informationen zur Weiss-Methode

Am falschen Ende gesucht?

Am falschen Ende gesucht?

Am falschen Ende gesucht?

Erschienen in Balance, 06/2016:

Befreie Dich aus der Abhängigkeit der alltäglichen Süchte!

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Sucht und Suche. Ist unsere Suche erfolglos, folgt oft die Sucht. Doch wonach suchen wir als Menschen, und warum suchen wir? Der israelische Heiler Amir Weiss, bekannt geworden durch die Entwicklung der Weiss-Methode, die Menschen bei dem Loswerden ihrer Süchte unterstützt, beschreibt hier die Wurzeln und Folgen des Suchtphänomens, in dem wir alle mehr oder weniger verfangen sind.

Wonach suchen wir eigentlich die ganze Zeit? Von außen betrachtet haben wir –zumindest in der westlichen Welt – scheinbar alles. Dennoch sind wir auf der Suche nach mehr. Was ist es, das uns immer weiter suchen lässt? Ist es die Unfähigkeit, zufrieden zu sein, nicht erfüllt zu sein?

Viele Menschen sind von irgendetwas abhängig, seien es Zigaretten, Zucker, Computerspiele, das Internet oder der Kaufrausch. Nur allzu leicht verheddern wir uns in einem ewigen Wiederholungsdrang oder -zwang. Auch wenn die Gründe dafür ganz verschieden und individuell sein können, liegt dem meistens eine Suche oder eine Sehnsucht zugrunde. Warum sind wir also nicht einfach mit dem zufrieden, was wir haben?

Was wir uns wirklich wünschen

In meiner täglichen Praxis als Therapeut für Sucht- und Zwangsentwöhnung begegne ich ständig Menschen, die von ihren Süchten befreit werden wollen, und wenn ich frage, was sie sich von der Behandlung erhoffen, ist die Antwort für mich oft überraschend: Die wenigsten wollen nur ihre Abhängigkeit beenden; viele beschreiben, dass ihre Sucht sie darin blockiert, ihre Wünsche und Ziele zu erreichen. Und diese Blockade wollen sie durchbrechen.

Sie wünschen sich, frei zu sein, sich nützlich zu fühlen, bessere Beziehungen zu haben, sinnerfüllt zu arbeiten, glücklich zu sein oder sich dem Leben wieder nahe zu fühlen. Und es sind meist die Abhängigkeiten, die dem im Wege stehen.

Oftmals fühlen sie sich in ihrem momentanen Leben fehl am Platz, oder haben das Gefühl, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Der Kontakt zum innersten Antrieb ist auf ein Minimum geschrumpft oder ganz unterbrochen. Sie sind auf der Suche nach Veränderung, die weit über das Beenden der Sucht hinausgeht.

Manchmal ruft es nach einer Veränderung der äußeren Umstände, die einengen oder nicht mehr passen, zum Beispiel eine Arbeit, die einem nicht (mehr) entspricht und nur noch lustlos erledigt wird, oder eine Partnerschaft, in der unserer Meinung nach nichts mehr läuft wie es sollte. Manchmal ist es aber auch die Sehnsucht nach Lebendigkeit, die irgendwo auf dem Weg eingebüßt wurde.

Wie kommt es, dass wir unsere innere Lebendigkeit verlieren können?

Geprägt in einer Gesellschaft, die im Wesentlichen nicht auf menschlichen, sondern wirtschaftlichen Werten aufgebaut ist, haben viele von uns schon in jungen Jahren gelernt, sich eher anzupassen, als auf die eigenen Sehnsüchte zu hören und dem eigenen Lebenssinn zu folgen.

Stattdessen wird uns ständig die Illusion verkauft, dass wir nur dieses oder jenes haben oder erreichen müssten, um endlich zur Ruhe zu kommen und zufrieden sein zu können. Und dennoch funktioniert das nicht – auch wenn wir es ständig und immer wieder versuchen. Denn wenn das stimmen würde, hätten wir ja nie wieder das Bedürfnis, etwas Neues zu kaufen oder neue Ziele zu erreichen. So tappen wir also in die Konsumfalle, oder rennen wie der Hase der immer zu hoch hängenden, unerreichbaren Möhre nach, anstatt unserem Lebensweg zu folgen.

Der Mensch ist nicht dazu gemacht, permanent in einem glückseligen Zustand des Stillstands und Nichts-Tuns zu leben. Das Streben nach dem „endgültigen“, gar „erleuchteten“ Zustand ist nicht Teil des menschlichen Sinn und Zwecks. Wir sind dazu geschaffen, uns zu erforschen, zu verändern, unser Bewusstsein zu erweitern und uns zu entwickeln. Wird dieser Drang unterdrückt oder lassen wir uns einreden, dass Stillstand gleich Zufriedenheit ist, kann das dazu führen, dass wir sang- und klanglos in der Bequemlichkeit untergehen. Oder wir übersetzen diesen Drang nach Erfüllung in uns dahingehend, ständig neue Möbel, das neueste elektronisches Spielzeug haben zu wollen. Auch kann es sich in einer – oft schuldbeladenen – Unzufriedenheit äußern oder darin, dass wir immerzu etwas im Außen ändern wollen, anstatt in unserem Inneren nach Antworten und Lösungen zu suchen.

Erfüllte Gefühle sind durch Betäubung nicht zu erreichen

Das Einzige, was uns wirkliche Freude und Zufriedenheit bringen kann, ist die Entdeckungsreise zu uns selbst. Begreifen wir diese Entdeckungsreise als eine wesentliche Antwort auf die Frage, warum wir auf diesem Planeten sind, und üben uns darin, diese Entdeckungsreise zu vertiefen und auszufüllen, folgt eine natürliche Erfüllung. Es ist ein ständiger Prozess der Verfeinerung und Weiterentwicklung, deren Gefühl der Erfüllung auf einer völlig anderen Ebene liegt als das des schnellen Rausches.

Diese Reise, diese Suche, ist stark mit der Frage verknüpft „Was will ich?“. Fragen und beantworten wir sie immer wieder aufs Neue, kommen wir dem Kern unserer Lebensreise näher und näher. Erlauben wir es uns, dieser Frage wirklich auf den Grund zu gehen, kann sie uns zu einer sehr gesunden Form der Suche führen, die unserem menschlichen Sinn und Zweck gerecht wird.

Was aber, wenn wir die Frage nach dem „Was will ich?“ jedes Mal mit einem Stück Kuchen beantworten und unsere Suche dort endet? Wenn die Sucht einen so großen Raum in unserem Leben eingenommen hat, dass wir an solchen automatisierten Antworten nicht mehr vorbeikommen, können wir nur noch schwer in tiefere Schichten unserer Selbst vordringen und mit unserem Wesenskern in Verbindung treten. Die profaneren Ebenen unseres Lebens haben durchaus ihren Platz und ihre Berechtigung, doch es war nie so gedacht, dass wir ausschließlich auf ihnen hängen bleiben.

Diese Erde ist aus spiritueller Sicht eine Zwischenstation für uns. Sie ist unser Trainingsfeld für die weitere Reise. Ein gutes Trainingsfeld. Es ist ein wunderbar angelegter Ort, um zu forschen, zu entdecken, zu erleben, uns zu verändern und weiterzuentwickeln. Und doch war es nie Teil des göttlichen Plans, dass wir in uns in der planetarischen Erscheinungswelt fixieren in Gedanken und Handlungen.

Selbstverständlich sollen uns ein Paar schicke, neue Schuhe erfreuen dürfen. Wenn der Schuhkauf jedoch zum Aufregendsten und Wichtigsten in unserem Leben geworden sind, ist Vorsicht geboten.

Die nächste Zigarette oder der nächste Zuckerrausch können unsere wahren Bedürfnisse nicht stillen; das Einzige, was sie können, ist uns für einen kurzen Moment einen Kick zu verschaffen. Diese Scheinbefriedigung kann – in Ermangelung echter Erfüllung – gerade genug sein, dass wir uns nach dem Abflauen des Blutzucker-, oder Nikotinpegels im Blut gleich wieder den nächsten Kick suchen – und schon sind wir auf bestem Wege in die Abhängigkeit.

Wohin wollen wir? Die Taxi-Analogie

Gestatten Sie mir, dass ich im Weiteren Text DU zu Ihnen sage, damit der Text Sie besser erreichen kann.

Ich lade Dich zu einer Analogie ein. Stell Dir für einen Moment vor, Du bist ein Taxi. Du bist das unglaublichste Fahrzeug, das momentan im Universum zu haben ist. Du bist mit einer der atemberaubendsten Technologien ausgestattet, die nicht nur den physischen, sondern auch den feinstofflichen Bereich umfasst und wahrnimmt. Dieses Auto steht Dir für Deine Zeit auf der Erde zur freien Verfügung, um damit Dich und die Welt zu entdecken und zu fahren, wohin immer Du willst.

Du bist jedoch nicht allein das Taxi selbst, im Fahrzeug sitzt auch ein Fahrer bzw. eine Fahrerin. Er oder sie lernt, das Auto zu bedienen und zu fahren, kümmert sich um Ölwechsel, Winterreifen und Sonnenverdeck. Neben dem Fahrer sitzt der Navigator. Den brauchst Du zum Kartenlesen und Navigieren, damit Du den Weg finden kannst, den Du einschlagen willst.

Der wichtigste Teil in dieser Analogie ist der Fahrgast selbst. Der sitzt hinten und entscheidet, wo Du hinfährst und welche Gegenden Du erkunden wirst. Dieser Fahrgast entspricht Deinem Wesenskern und hat Verbindung zum größeren Ganzen. Er oder sie sitzt auf der Rückbank und ist darauf bedacht, die Zeit, die Du im Auto zur Verfügung hast, für eine sinnvolle Reise zu nutzen. Der Kartenleser oder die Kartenleserin auf dem Beifahrersitz ist hauptsächlich dazu da, die Wünsche des Fahrgastes zu übersetzen und eine Route auszuarbeiten, um dessen Ideen in die Realität umzusetzen.

Im Idealfall arbeiten all diese Teile in Dir harmonisch zusammen und machen Deine Lebensreise zu einer spannenden und sinnvollen Expedition, die Dir ermöglicht, Dich nach dieser Fahrt neuen Abenteuern zuzuwenden.

Wenn aber die Verbindung zwischen dem vorderen Teil des Autos und dem Fahrgast wie durch eine abgedunkelte Trennscheibe unterbrochen ist, und die Wünsche des Fahrgastes nicht mehr gehört werden, irrst Du ziel- und planlos mit Deinem Taxi durch die Gegend und verbringst kostbare Tage in Sackgassen oder der nächsten Vorstadtsiedlung. Immer mit dem vagen Gefühl, dass Du doch eigentlich ein Ziel hattest, irgendwo hin wolltest, etwas Bestimmtes vorhattest, aber ohne Dich wirklich erinnern zu können.

Diese Trennung kann verschiedene Ursachen haben. Sie tritt beispielsweise auf, wenn auf Dauer die Diskrepanz zwischen dem, was Du im Innersten fühlst und dem, was Du durch Deine Prägungen glaubst, tun zu müssen, zu groß wird. Oder wenn Du den leeren Versprechungen des Haben-Wollens zu sehr auf den Leim gehst. Dann kann es durchaus passieren, dass Du dem Druck von außen zu weit nachgibst und Dich mit Haut und Haar vereinnahmen lässt. Ohne ausreichenden inneren Freiraum kannst Du dann oftmals Deinen „Fahrgast“ nicht mehr hören. Was auch immer die Ursache ist, mangelhafte Kommunikation mit Deinem Kern macht Dich anfällig für Sucht. Und diese wiederum legt sich auf die Trennwand im Taxi wie ein zäher, zuckerig-klebriger Brei.

Wir suchen, weil es als Teil unserer menschlichen Aufgabe in uns angelegt ist. Und es ist ganz natürlich, dabei manchmal auf Irrwege zu geraten. Doch eine dauerhaft fehlgeleitete Suche, die sich ständig nur auf der nächsten Kick bezieht, kann uns in einen schwer zu durchbrechenden Kreislauf bringen.

Wenn wir die beeindruckende Technologie unseres Taxis und unsere Zeit auf diesem wundervollen Planeten nicht dazu nutzen, um die Welt und unseren Platz im Universum zu entdecken – jeder auf seine eigene einmalige Weise – dann wartet als Alternative ein langsames Dahinwelken und das Verpassen unseres Lebenszweckes. Und wenn wir dann alle möglichen Ablenkungsmanöver erfinden, statt uns konsequent auf die Suche zu machen, um die Stimme unseres Fahrgastes wieder hören zu können, entfernen wir uns nur noch weiter von der inneren Verbundenheit zu der Stimme. Und das Taxi fährt dann Runde um Runde um Runde im Kreisverkehr, und wir betäuben uns, um die Langeweile und den Mangel an echten Lebensaufgaben aushalten zu können. Solange bis es uns – hoffentlich – eines Tages reicht, und wir beschließen, unser Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Ein erster Schritt kann sein, uns zunächst von den ablenkenden und vernebelnden Abhängigkeiten zu befreien, um uns dann wieder ernsthaft der Entdeckung unserer wahren Wünsche und Sehnsüchte zu widmen.

Also, starte mit Deinem Taxi durch und beginne, dieses wunderbare Universum zu erkunden!

Mehr Informationen zu Suchttherapie mit der Weiss-Methode

Info Corona: Nehmen Sie weiterhin von zu Hause aus per Telefon am Weiss-Seminar teil. Termine täglich verfügbar! Mehr Infos